© ADAC GT MastersIn Zandvoort siegte Carsten Tilke erstmals in der Amateurwertung

Audi-Pilot Carsten Tilke im Portrait

Schneller Ingenieur: Carsten Tilke

Carsten Tilke kann sich über Langeweile in der Winterpause nicht beschweren: Der letztjährige Audi-Pilot schreibt an seiner Doktorarbeit.

Am eigenen Rennauto schrauben können viele Piloten aus dem ADAC GT Masters, eine Rennstrecke zu bauen könnte allerdings wohl nur ein Fahrer: Carsten Tilke, Diplom-Bauingenieur und Sohn von Rennstreckenarchitekt Hermann Tilke. Seit 2011 geht Tilke im ADAC GT Masters in der Amateurwertung an den Start.

Der Premierensaison 2011 im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 folgte im vergangenen Jahr ein Jahr im Audi R8 LMS ultra von Prosperia uhc speed an der Seite von Ex-ADAC GT Masters-Champion Abt. Die letztjährige Saison war dabei erst das fünfte Jahr von Tilke im Motorsport, denn im Renncockpit ist der Wahl-Münchner erst seit 2008 aktiv. "Obwohl mein Vater sehr stark im Motorsport engagiert ist, hat es sich durch mein Studium einfach nicht früher ergeben. Ich habe dann allerdings gleich in einem Cup-Porsche angefangen, ohne auch nur Erfahrung aus anderen Klassen oder Kartsport zu haben", erinnert sich der 29-Jährige an seine motorsportlichen Anfänge.

Nach einem Debütjahr im Porsche Sports Cup landete Tilke auf Anhieb einen motorsportlichen Volltreffer. Unerwartet gewann er im Januar 2009 die 24h von Dubai auf einem Porsche 911. "Während viele Favoriten strauchelten, sind wir einfach nur durchgefahren und wurden nach vorn gespült", erinnert sich Tilke an seinen ersten großen Erfolg im Motorsport. Es folgten zwei weitere Jahre im Porsche Sports Cup bevor er in das ADAC GT Masters wechselte.

Seine zweite Saison im ADAC GT Masters sieht der Audi-Pilot mit gemischten Gefühlen. "Die Saison hat super angefangen, mit Gesamtplatz vier in Zandvoort und meinem ersten Sieg in der Amateurwertung. Über den Saisonverlauf hat man allerdings gesehen, dass es für alle Audi-Teams nicht einfach war. Wenn die Profi-Piloten mit dem Audi R8 sich nur für Startplatz 20 qualifizieren, bedeutet dies, dass ich es als Amateur noch schwerer habe. Dazu hatten wir leider in sieben Rennen viel Pech und sind nicht angekommen, sonst hätte am Jahresende in der Amateurwertung sicherlich ein anderes Ergebnis gestanden."

Die Ausfälle waren besonders bitter: "Ich bin reiner Amateurfahrer und daher tut mir jede Sekunde Fahrpraxis auf der Rennstrecke gut. Denn auch die Zeit zum Testen ist limitiert, denn ich bin voll berufstätig. Ich bin als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität München angestellt und muss mir für jedes Rennwochenende Urlaub nehmen."

Dennoch überwiegen positive Erinnerungen an die Saison 2012: "Sportlich war das Jahr durchwachsen, allerdings hatten wir untereinander im Team eine sehr gute Stimmung."

Über mangelnde Beschäftigung kann sich Tilke auch in der Winterpause nicht beklagen. Seit drei Jahren schreibt Tilke an seiner Doktorarbeit, die am Jahresende fertig werden soll. Zukünftig kann sich Tilke auch vorstellen, in der Firma seines Vaters mitzuarbeiten und selbst Rennstrecken zu bauen. "Erst einmal hat meine Doktorarbeit Priorität, aber Rennstrecken zu bauen ist natürlich ein sehr interessanter Beruf. Mittelfristig ist das Ziel sicherlich in der Firma meines Vaters tätig zu sein."

Gibt es im Hause Tilke Diskussionen über die Rennstrecken des Vaters, seitdem Carsten Tilke Rennstrecken selbst aus der Fahrerperspektive erlebt? "Auf den meisten neuen Rennstrecken meines Vaters bin ich leider noch nicht gefahren, daher kann ich dazu nur wenig sagen. Aber ich hoffe sehr, dort eines Tages einmal Rennen zu fahren."

Ob 2013 eine dritte Saison von Tilke im ADAC GT Masters folgt, steht noch nicht fest. "Ich möchte natürlich gerne wieder fahren, es ist aber noch nichts unterschrieben. Es hängt natürlich auch immer etwas vom Budget ab und ich muss stets auch im Hinterkopf haben, in diesem Jahr meine Doktorarbeit fertig zu stellen."

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