Startete erstmals mit dem BMW M6 GT3: MRS GT-Racing Foto: ADAC GT Masters
Startete erstmals mit dem BMW M6 GT3: MRS GT-Racing Foto: ADAC GT Masters

MRS GT-Racing: Das waren die Highlights

ADAC GT Masters-Team aus Lonsee blickt auf 2018 zurück

Teamchef Karsten Molitor erinnert sich an die Höhepunkte, nennt aber auch Tiefpunkte und gibt einen Ausblick auf das nächste Jahr.

Wie zufrieden sind Sie nach der ersten Saison mit dem BMW im ADAC GT Masters?
Karsten Molitor: Sportlich kann ich natürlich nicht rundum zufrieden sein. Da hätte ich mir mehr erhofft. Leider mussten wir einige Male mit technischen Problemen kämpfen. Zum Glück konnten wir auf den Support von BMW vertrauen. Trotzdem ist das Auto nicht auf allen Strecken gleich stark einzuschätzen. Da gibt es bessere Allrounder im Feld.

Das Auto war teilweise ziemlich schnell, aber am Ende stand als bestes Ergebnis ein fünfter Rang zu Buche. Woran lag es?
Molitor: Das Hauptproblem war, dass bei uns oft schon im Freien Training etwas kaputtgegangen ist. Das hatten wir nicht auf dem Zettel. Wenn man zwei Sitzungen verpasst, ist das schlecht. Dadurch waren wir im Qualifying nicht hundertprozentig zur Stelle und sind teilweise weit nach hinten gerutscht.

Welches Rennen aus der vergangenen Saison wird Ihnen besonders positiv wie auch negativ in Erinnerung bleiben und warum?
Molitor: Der fünfte Platz in Most war das Highlight. Wir lagen lange sogar auf Platz zwei, waren permanent vorne dran. Für uns kam das sehr überraschend, weil wir den Kurs gar nicht kannten und nicht getestet hatten. Den Tiefpunkt erlebten wir auf dem Red Bull Ring, eigentlich unsere Paradestrecke. Dort hatten wir uns viel mehr erhofft. Und dann stoppte uns eine defekte Klimaanlage. Das ist mir vorher noch nie passiert. Die Klimaanlage kühlt auch das Getriebesteuergerät und irgendwann konnten wir dann nicht mehr schalten.

Ein paar Sätze zu den Fahrern: Wie hat sich Christopher Zöchling in seiner ersten GT3-Saison geschlagen?
Molitor: Ich behaupte, Jens Klingmann und Christopher Zöchling sind das homogenste Fahrerpaar im kompletten Feld. Sowohl von der Größe als auch vom Charakter passen sie hervorragend zusammen. Die Rennen gehen sie mit der nötigen Ernsthaftigkeit an, außerhalb haben sie einen guten Sinn für Humor. Wir wissen, was wir an Christopher haben. Er ist explosiv schnell. Manchmal kommt es bei ihm aber auf die Tagesform an. Jens ist ein sehr präziser Rennfahrer. Er fährt auf einem konstant hohen Niveau.

Inwieweit hat es dem Team geholfen, den BMW kennenzulernen und mit Jens Klingmann einen Werksfahrer zu haben, der den M6 GT3 schon gut kannte?
Molitor: Das war sehr wichtig. Er hat mit seinem technischen Verstand das Fahrzeug weiterentwickelt. Das erleichtert uns natürlich enorm die Arbeit und erspart viele Testkilometer. Unser Set-up war meines Erachtens besser als bei den anderen BMW. Leider konnten wir diesen Vorteil noch nicht in Ergebnisse ummünzen.

Wie fällt Ihre Bilanz im Vergleich zum etablierten Schnitzer-Team aus, das den M6 GT3 schon länger kennt?
Molitor: Überraschend gut. Ich bin hochzufrieden, hätte nicht gedacht, dass wir so gut bestehen können und auf Augenhöhe fahren, teilweise sogar schneller waren. Ich finde es auch wichtig, dass wir diesen Vergleich mit Schnitzer haben. Nur so können wir uns weiterentwickeln.

Wie laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison? Wie lautet die Zielsetzung?
Molitor: Wir wollen natürlich grundsätzlich so weitermachen. Das ist unser Wunsch. Mit einem Auto werden wir uns mindestens einschreiben. Viel mehr kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ich hoffe auf die gleiche Fahrerpaarung. Aber auch wir müssen unsere Hausaufgaben machen und mehr den Fokus auf die Sponsorenakquise legen. In dem Bereich hinken wir hinterher. Sportlich wäre es vermessen, von der Meisterschaft zu sprechen. Grundsätzlich wollen wir erst einmal Rennen gewinnen. Im ADAC GT Masters geht es aber so eng zu. Beeindruckend. Oft liegen 30 Autos in einem Zeitabstand von nicht mal einer Sekunde zusammen.

Saison 2019