Von Platz 24 auf das Podium: Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli Foto: ADAC GT Masters
Von Platz 24 auf das Podium: Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli Foto: ADAC GT Masters

Nachrichten vom ADAC GT Masters in Spielberg

Notizen vom Red Bull Ring

Das Österreich-Gastspiel des ADAC GT Masters lieferte zahlreiche interessante Geschichten. Ein Blick in das Notizbuch.

Doppelsieger: Die Callaway-Piloten Marvin Kirchhöfer und Daniel Keilwitz gewannen auf dem Red Bull Ring sowohl das Samstags- als auch das Sonntagsrennen. Es war das erste Mal seit dem Saisonfinale 2014 in Hockenheim, dass dies einer Fahrerpaarung in der "Liga der Supersportwagen" gelang. Bei bisher 84 ausgetragenen ADAC GT Masters-Events seit 2007 war es das 18. Mal, dass zwei Fahrer einen Doppelsieg an einem Wochenende schafften.

Premiere: Marvin Kirchhöfer wandelt auf den Spuren des Vorjahreschampions Jules Gounon. Der Sachse, der den Franzosen in dieser Saison bei Callaway Competition ersetzt, hat sich schnell bei der Mannschaft aus Leingarten eingelebt. Nach zwei zweiten Plätzen in Most lief es auf dem Red Bull Ring noch besser: Bereits bei seinem dritten Rennwochenende mit der Corvette C7 GT3-R holte der 24-Jährige seine erste Pole-Position im ADAC GT Masters und seine ersten beiden Rennsiege. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, ganz oben auf dem Podium zu stehen. Es hat einfach alles gepasst, unsere Corvette C7 GT3-R funktioniert hier sehr gut und wir haben das Maximale herausgeholt", bilanzierte Kirchhöfer.

Neue Tabellenführer: Dank ihres Doppelsieges in Österreich übernahmen Kirchhöfer und Keilwitz die Tabellenführung im ADAC GT Masters. Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass die Fahrer der Vorjahrestitelträger Callaway Competition ganz vorn in der Gesamtwertung liegen. Die bisherigen Tabellenführer, die Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet und Robert Renauer von Precote Herberth Motorsport, haben als Tabellenzweite mit insgesamt 62 Punkten 24 Zähler weniger als das Corvette-Duo. Jaminet und Renauer beeindrucken 2018 mit ihrer Konstanz: Als einziges Team haben sie in allen bisherigen Rennen gepunktet.

Top-Drei-Premiere: Mit den BMW Team Schnitzer-Piloten Dennis Marschall und Victor Bouveng schafften zwei Fahrer in Spielberg erstmals den Sprung auf das Siegerpodest im ADAC GT Masters. Das Duo belegte am Samstag mit seinem BMW M6 GT3 den dritten Rang.

Versöhnlicher Abschluss: Höhen und Tiefen erlebten die Lamborghini-Piloten Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli in Spielberg. Nachdem die Italiener am Samstag auf Punktekurs fahrend mit einem Getriebeschaden ausgefallen waren und am Sonntag nur von Platz 24 starteten, sah es nach einem verkorksten Wochenende für das Duo vom Team ORANGE1 by GRT Grasser aus. Doch dann kam das Sonntagsrennen, in dem Bortolotti und Caldarelli dank geschickter Reifentaktik - sie fuhren trotz einsetzendem Regen auf Slicks weiter und profitierten von dieser Entscheidung auf der in der Schlussphase abtrocknenden Strecke - bis auf Rang zwei nach vorn fuhren. Es war ihr erstes Podium seit dem Sieg beim Auftakt in Oschersleben. "Ich kann es noch immer nicht fassen. Was für ein Rennen!", so Bortolotti. "Als das Auto in die Boxengasse kam, sah ich meinen Ingenieur an und sagte zu ihm: 'Lass uns auf Slicks bleiben!' Er hörte auf mich und es zahlte sich aus."

Spektakuläre Aufholjagden: Nicht nur Bortolotti und Caldarelli kämpften sich im verregneten Sonntagsrennen dank ihrer Taktik in Spielberg durch's Feld. Noch mehr Plätze machten ihre Grasser-Teamkollegen Ezequiel Perez Companc und Franck Perera gut, die sich gegenüber der Startaufstellung um 24 Positionen verbesserten und am Ende Sechste wurden. Auch dahinter folgten weitere Autos, die von weit hinten kamen. Insgesamt starteten von zehn Erstplatzierten im Sonntagsrennen lediglich vier aus den Top Ten. Bemerkenswert war auch die Aufholjagd des Team-Rosberg-Duos Aaro Vainio/Michele Beretta, das 19 Positionen gutmachte, aber als Gesamt-15. nicht mit Punkten belohnt wurde.

Siegerzahlen: ADAC GT Masters-Rekordsieger Daniel Keilwitz triumphierte in Spielberg zum 20. und 21. Mal in der "Liga der Supersportwagen". Sein härtester Verfolger in der Bestenliste ist Luca Ludwig, der auf zwölf Siege kommt, dahinter folgt Christopher Haase mit elf ersten Plätzen. Corvette kommt nach Österreich auf insgesamt 31 Siege.

Saison 2019