Ohne Glück beim Heimspiel: Callaway Competition Foto: ADAC GT Masters
Ohne Glück beim Heimspiel: Callaway Competition Foto: ADAC GT Masters

Notizen aus Hockenheim

Wissenswertes vom sechsten Lauf des ADAC GT Masters

Das vorletzte Rennwochenende des ADAC GT Masters lieferte zahlreiche interessante Geschichten. Ein Blick in das Notizbuch.

Meisterstück: Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde machten am Sonntag mit ihrem zweiten Saisonsieg alles klar und sicherten sich vorzeitig den Fahrertitel. Mit 5,158 Sekunden Vorsprung fuhr das HCB-Rutronik-Racing-Duo dabei den bisher klarsten Sieg der Saison heraus.

Rekordchampion: Kelvin van der Linde, der 2014 erstmals Champion wurde, ist der zweite Fahrer in der Historie des ADAC GT Masters, der zum zweiten Mal den Fahrertitel gewann. Der einzige andere Pilot, dem dieses bisher gelang, ist Sebastian Asch, der Champion von 2012 und 2015.

Fortsetzung einer Serie: Mit dem Titelgewinn der Audi-Fahrer setzt sich eine bemerkenswerte Serie im ADAC GT Masters fort. Noch nie in der Geschichte der seit 2007 ausgetragenen Meisterschaft gelang die Titelverteidigung in der Fahrerwertung.

Zweiter Titel: RWT Racing gewann in Hockenheim zum zweiten Mal die Gesamtwertung der Pirelli-Trophy-Wertung. 2016 holte der Schweizer Remo Lips den Titel mit dem Rennstall aus Eberbach. Nun war Sven Barth an der Reihe.

Albtraum statt Titeltraum: Schlimmer hätte das Heimspiel für Callaway Competition nicht verlaufen können. Statt wie erhofft mit zwei starken Ergebnissen auf der Hausstrecke den Titelkampf spannend zu machen, wurde die Corvette C7 GT3-R von Markus Pommer und Marvin Kirchhöfer in beiden Rennen bereits in der ersten Runde stark beschädigt. Besonders bitter: Nach dem Startcrash im ersten Rennen hatte das Team über Nacht bis Sonntagmorgen um 7.00 Uhr das Auto wieder aufgebaut. Mittendrin bei der Reparatur: Kirchhöfers Vater Uwe Baade.

Pole-Premiere: Audi-Pilot Dennis Marschall, der am Samstag seine erste Pole-Position im ADAC GT Masters einfuhr, ist der 78. Fahrer in der Serie, der einen ersten Startplatz eroberte.

Frauenpower: Mit genau 21 Jahren ist Carrie Schreiner die jüngste Pilotin, der im ADAC GT Masters der Sprung auf das Podium gelang. Audi-Markenkollegin Gosia Rdest, die in Hockenheim debütierte, war übrigens die elfte Pilotin der Serie.

Auf Stippvisite: Norbert Singer, langjährige Techniker in der Motorsport-Abteilung von Porsche, schaute am Wochenende in Hockenheim vorbei.

Bestwert: Van der Linde und Niederhauser holten am Sonntag den 40. Sieg für Audi in der "Liga der Supersportwagen". Keine andere Marke ist so erfolgreich. Und auch bei den Fahrertiteln haben die vier Ringe die Nase vorn. Die frischgekürten Champions waren die vierten, die einen R8 pilotierten.

Siegfahrer: Dank seines zusammen mit Mirko Bortolotti am Samstag eingefahrenen dritten Saisonsiegs hat Christian Engelhart zum insgesamt zwölften Mal im ADAC GT Masters triumphiert und damit mit Luca Ludwig in der Bestenliste gleichgezogen. Nur Daniel Keilwitz hat mit 22 Siegen in der Serienhistorie öfter gewonnen.

Glücklos 1: Maximilian Hackländer sicherte Aust Motorsport am Samstag mit Platz zehn den bisher besten Startplatz der Saison. Doch auch der R8 LMS mit der Startnummer 3 wurde anschließend in den Unfall in der ersten Runde verwickelt. Dabei wurde das Fahrzeug so stark beschädigt, dass Hackländer und Partner Christopher Dreyspring am Sonntag nicht starten konnten. "Wir haben in diesem Jahr die Seuche", so Teamchef Frank Aust, der möglichen Punkten hinterhertrauert. "Es hätte am Sonntag im Qualifying für das Auto sogar noch besser laufen können."

Glücklos 2: Audi-Pilot Max Hofer reiste als Führender der Pirelli-Junior-Wertung nach Hockenheim. Dort erlebte der junge Österreicher ein Wochenende zum Vergessen und fiel vor dem Saisonfinale auf dem Sachsenring hinter Teamkollege Ricardo Feller auf den zweiten Platz der Nachwuchswertung zurück. Am Samstag wurde auch Hofer ein Opfer des Massencrashs. Montaplast by Land-Motorsport baute über Nacht den Audi im Firmensitz in Niederdreisbach mit einem Ersatzchassis wieder auf. Nach einem starken Qualifying lagen Hofer und Teamkollege Christopher Mies danach im Rennen aussichtsreich auf Platz fünf. "Leider hatten wir fünf Runden vor dem Ziel einen Reifenschaden", erklärt Hofer. "Wahrscheinlich sind wir über ein Kohlefaserteil gefahren. Das war wirklich ärgerlich, denn ich war in der zweiten Rennhälfte einer der schnellsten Fahrer auf der Strecke und hätte vielleicht noch ein, zwei Positionen gutmachen können. Durch den Extraboxenstopp sind wir dagegen weit zurückgefallen und haben wichtige Punkte verloren."

Saison 2020