Holte in Most seine erste Pole-Position: Franck Perera Foto: ADAC GT Masters
Holte in Most seine erste Pole-Position: Franck Perera Foto: ADAC GT Masters

Notizen aus Most

Aufzeichnungen vom zweiten Lauf des ADAC GT Masters

Das Rennwochenende des ADAC GT Masters in Most lieferte zahlreiche interessante Geschichten. Ein Blick in das Notizbuch.

Premierensieger: Patric Niederhauser und HCB-Rutronik Racing holten in Most am Samstag jeweils ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters. Der Schweizer ist damit der 116. Pilot in der Seriengeschichte, der ein Rennen gewinnt, sein Rennstall das insgesamt 40. Team.

Pole-Premieren: Beide Pole-Setter in Most sicherten sich zum ersten Mal überhaupt in der „Liga der Supersportwagen“ den ersten Startplatz. Am Samstag gelang das Audi-Fahrer Niederhauser, der gleichzeitig auch die erste Pole für HCB-Rutronik Racing einfuhr. Am Sonntag fuhr Franck Perera im Lamborghini Huracán GT3 Evo von Orange1 by GRT Grasser die Bestzeit im Qualifying. Damit gab es in den ersten vier Saisonrennen vier verschiedene Pole-Setter.

Unbelohnter Speed: Schnell, aber ohne Fortune: So lässt sich das Rennwochenende von MRS GT-Racing in Most zusammenfassen. Nicolai Sylvest und Jens Klingmann eroberten in den Qualifyings im BMW M6 GT3 des Rennstalls aus Lonsee die Startplätze sechs und sieben. Doch im ersten Rennen schied das Duo bereits in der ersten Runde nach einer Kollision aus, am Sonntag lag es bis wenige Runden vor Schluss auf dem dritten Rang, ehe ein Problem mit der Benzinpumpe das Auto weit zurückwarf. Nach dem Rennen verhängte die Rennleitung zudem noch eine nachträgliche 30-Sekunden-Strafe wegen eines Vergehens beim Boxenstopp. „Das Gute am Wochenende war, dass wir wettbewerbsfähig waren. Wir kommen am Red Bull zurück“, so das Team.

Ende zweier Durststrecken: Über ein Jahr lang musste Max Hofer auf seinen zweiten Podestplatz im ADAC GT Masters warten. Nach seinem Sieg beim Saisonauftakt 2018 holte der junge Österreicher zusammen mit Christopher Mies im Audi R8 LMS von Montaplast by Land-Motorsport am Samstag in Most zum zweiten Mal überhaupt als Dritter einen Gesamtpodestplatz in der Serie. Noch länger dauerte die Durststrecke für Sven Barth und RWT Racing. Nachdem sie zuletzt 2017 in Spielberg als Zweite auf das Podium fuhren, gelang ihnen und Neuzugang David Jahn am Sonntag in Most endlich wieder ein Top-Drei-Ergebnis.

Punktepremiere 1: Serienneuling Carrie Schreiner, die einzige Frau im aktuellen Starterfeld, gelang am Sonntag zusammen mit Dennis Marschall im Audi von HCB-Rutronik Racing ihr erster Punkteerfolg im ADAC GT Masters. Das Duo zeigte eine starke Aufholjagd und machte vom 30. Startplatz insgesamt 15 Positionen gut. „Das Team hat nach dem Startunfall am Samstag das Auto bis in die Nacht repariert, da war das Ergebnis eine schöne Belohnung“, so Schreiner. „Wir hatten mit dem Ergebnis nicht gerechnet, auch weil man in Most nur schwer überholen kann. Wir haben zwar auch von Fehlern anderer Fahrer profitiert, aber Dennis hat in der zweiten Rennhälfte wirklich einen guten Job gemacht und sich noch um einige Positionen verbessert. Das Ergebnis war ein wichtiger Schritt. Aber ich muss immer noch einiges lernen. Das ADAC GT Masters ist eine harte Serie.“

Punktepremiere 2: Nach einem schwierigen Auftaktwochenende in Oschersleben holte Propeak Performance am Samstag mit Rang zehn von Daniel Keilwitz und Maxime Martin die ersten Punkte mit dem neuen Aston Martin Vantage GT3. „Der zehnte Platz am Samstag war ein erfreuliches Resultat“, so Ex-Champion Keilwitz. „Im Fokus steht aber unverändert, dass wir uns vor allem im Qualifying verbessern müssen, um bessere Startpositionen zu erzielen. Immerhin war unsere Pace im Samstagsrennen ganz okay. Für Sonntag haben wir etwas Neues probiert, doch das hat nicht funktioniert.“

Besuch aus Sachsen: Uwe Geipel, dessen Rennstall YACO Racing von 2012 bis 2018 im ADAC GT Masters startete und zwei Rennen gewann, schaute in Most vorbei. „Wir arbeiten daran, dass wir 2020 in anderer Konstellation wieder dabei sein werden“, so der Sachse.

Pechsträhne für Zakspeed-Duo: Wie schon in Oschersleben verpassten Mick Wishofer und Kelvin Snoeks in Most das Sonntagsrennen. Nachdem der Mercedes-AMG GT3 beim Saisonauftakt beim Überfahren der Curbs beschädigt wurde, beschädigten in Most am Samstag Steine den Keilriemen des Fahrzeugs und sorgten für eine Überhitzung des Motors. Ein Folgeschaden sorgte einen Tag später im zweiten Qualifying für ein verfrühtes Ende. Das österreichisch-niederländische Duo musste erneut im zweiten Durchgang des Wochenendes zuschauen. „Der Schaden von Kelvin und Mick ist natürlich ärgerlich“, so Teamchef Peter Zakowski. „Aber da steckt man leider nicht drin.“

Saison 2019