Ziel erreicht: Premierensieger Patric Niederhauser und Teamkollege Kelvin van der Linde Foto: ADAC GT Masters
Ziel erreicht: Premierensieger Patric Niederhauser und Teamkollege Kelvin van der Linde Foto: ADAC GT Masters

Patric Niederhauser: Der Sieg ist eine Erlösung

Schweizer gewinnt in Most erstmals im ADAC GT Masters

HCB-Rutronik-Racing-Pilot Patric Niederhauser spricht im Interview über sein Erfolgswochenende in Tschechien.

Herzlichen Glückwunsch zum ersten Sieg im ADAC GT Masters! Wie fühlen Sie sich?
"Hammer, unbeschreiblich, genial, mega - es gibt keine Worte, die ich jetzt noch sagen könnte. Es ist toll, dass ich von Anfang an bei diesem neuen Team dabei bin. Ich habe mich vom ersten Test an wohl gefühlt und wusste, dass das Team Top-Leistungen bringt. Es ist der Hammer, dass wir schon so früh Akzente gesetzt haben. Für mich persönlich ist es aber auch eine Erlösung nach harten Jahren im Motorsport."

Wann wurde Ihnen klar, dass es am Samstag mit dem Sieg klappen könnte?
"Nachdem ich mich gut von meinem Verfolger abgesetzt hatte, war mir klar, dass der Sieg möglich ist. Es hat alles perfekt funktioniert, ich hatte viel Spaß im Auto. Als ich in der zweiten Rennhälfte Kelvin van der Linde zugesehen habe, war ich nervöser als in meinem Stint. Zum Glück hatte ich etwas Ablenkung, weil ich bei Patrick Simon in der Kommentatorenbox von SPORT1 war. Die letzten Rennminuten habe ich dann in der Box meines Teams verfolgt. Der Jubel nach der Zieldurchfahrt war unglaublich. Da habe ich gemerkt, wie viel Leidenschaft in diesem Team steckt. Wir sind alle mit Herzblut dabei und deswegen ist die Euphorie umso größer."

Am Sonntag hatten Sie wieder einen Grund zum Feiern ...
"Ja, Platz vier war auch ein Mega-Ergebnis für uns, vor allem, weil wir 30 Kilogramm Zusatzgewicht an Bord hatten. Das merkt man bei jedem Bremsvorgang, in jeder Kurve, bei jeder Beschleunigungsphase. Kelvin ist ein gutes Qualifying gefahren. Er hatte im Rennen eine super erste Runde und ist auf Platz sieben vorgefahren. Nach dem Fahrerwechsel sind mir gute Rundenzeiten gelungen und ich habe einen Konkurrenten überholt. Ich hatte aber am Ende keine Chance, die Corvette anzugreifen. Es war ein Mega-Wochenende für uns mit dem Sieg und Platz vier. Dank der tollen Punkteausbeute sind wir Führende in der Meisterschaft."

Denken Sie schon an den Titelgewinn?
"Nein, die Tabelle haben wir jetzt noch nicht so viel im Kopf. Wir müssen in jedem Rennen das Maximum herausholen, intelligent fahren, nicht immer alles riskieren, damit wir am Saisonende im Titelkampf dabei sind. Wir haben am Samstag das Momentum genutzt und den Sieg geholt. Ein Risiko wären wir dafür sicherlich nicht eingegangen, denn man sollte besser ein Podium mitnehmen, als einen Ausfall zu riskieren."

Im Qualifying am Samstag sind Sie allerdings schon ein wenig auf Risiko gefahren ...
"Ja, das stimmt. Ich habe ein bisschen gepokert und lange mit meiner schnellen Runde gewartet. Wir sind davon ausgegangen, dass sich die Strecke verbessert. Das Risiko hat sich ausgezahlt. Ich habe eine perfekte Runde erwischt. Das Auto hat sich einfach mega angefühlt. Für die Pole-Position muss alles passen: das Auto, die Bedingungen, keine roten Flaggen oder Ähnliches."

Quelle: Fahrer

Saison 2019