Wurden Vierte: Indy Dontje und Maximilian Götz Foto: ADAC GT Masters
Wurden Vierte: Indy Dontje und Maximilian Götz Foto: ADAC GT Masters

Stimmen nach dem zweiten Rennen in Hockenheim

Reaktionen aus dem Fahrerlager nach dem Sonntagsrennen

Sieger und Platzierte über das zweite Rennen des ADAC GT Masters im badischen Motodrom.

Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Audi R8 LMS, Gesamtplatz 1): „Mit den Plätzen eins und zwei hatten wir ein unglaubliches Wochenende. Natürlich war es unser Ziel, in der Meisterschaft Boden gutzumachen. Dass wir jetzt führen, übertrifft unsere Erwartungen allerdings deutlich. Kelvin hat mit dem Start und der ersten Runde bereits den Grundstein für den Sieg gelegt. Für mich war es dann wichtig, einen sauberen Fahrerwechsel hinzulegen und hier keine Zeit zu verlieren. Direkt nach dem Boxenstopp habe ich sehr gepusht, das Auto lag sehr gut auf der Strecke, sodass wir uns einen Vorsprung erarbeiten konnten, den es dann zu verwalten galt.“

Kelvin van der Linde (Rutronik Racing, Audi R8 LMS, Gesamtplatz 1): „Heute haben uns sicherlich eine gute erste Runde und ein tolles Auto geholfen. Grundsätzlich sind wir als Team sehr gut aufgestellt. Wir wissen, was wir hinsichtlich unserer Pace brauchen und vor allem, was wir dafür tun müssen. Außerdem schaffen wir es, von Rennen zu Rennen sehr konstant unterwegs zu sein. Erst das macht die Tabellenführung, die wir nun innehaben, möglich. Wir sind hier mit knapp 30 Punkten Rückstand angereist, daher habe ich nicht damit gerechnet, dass wir als Führende des Gesamtklassements weiter zum nächsten Lauf auf dem Sachsenring reisen werden.“

Christopher Haase (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), Gesamtplatz 2: „Wir hatten einen wirklich guten Start. Dass die ersten Kurven sehr turbulent waren, hat insbesondere Kelvin [van der Linde] und mir geholfen, so konnten wir gleich zu Beginn Plätze gutmachen. Während des Rennens hat sich das Auto sehr positiv angefühlt, wir hatten eine gute Pace. Allerdings musste ich feststellen, dass Kelvin noch etwas schneller unterwegs war. Dadurch, dass Mirko [Bortolotti] hinter mit etwas unter Druck geriet, konnte ich mich etwas absetzen und ohne große Fehler meinen Stint fahren. Seit Saisonbeginn konnten wir unser Auto extrem verbessern, sodass wir inzwischen wieder die Möglichkeit haben, vorne mit dabei zu sein.“

Max Hofer (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), Gesamtplatz 2: „Betrachtet man die gesamte Saison, konnten wir uns mit dem zweiten Platz heute auf dem Podium langsam nach vorne arbeiten - als nächstes sollte dann hoffentlich der erste Saisonsieg folgen. Sicherlich wollte ich auch heute nach vorne hin angreifen, musste aber sehen, dass Kelvin und Patric einfach zu stark waren. Ein guter Boxenstopp hat uns allerdings geholfen, unsere Platzierung zu halten. Unterm Strich hatten wir zwar kein leichtes Rennen, konnten es aber kontrolliert auf dem zweiten Platz nach Hause fahren.“

Mirko Bortolotti (Team WRT, Audi R8 LMS), Gesamtrang 3: „Los ging es direkt mit einer turbulenten ersten Runde. Ich war auf Höhe des Lamborghini von Steijn Schothorst, musste dann allerdings etwas vom Gas gehen und konnte nicht ganz so viel Schwung mitnehmen. Dies haben die Fahrzeuge hinter uns ausnutzen können. Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit dem dritten Platz. Wir hatten eine gute Pace, können gute Punkte mitnehmen. Wir haben heute sicherlich das Maximum herausgeholt.“

Rolf Ineichen (Team WRT, Audi R8 LMS), Gesamtrang 3, Sieger Pirelli-Trophy-Wertung: „Hockenheim ist ein gutes Pflaster für mich. Hier bin ich viele Rennen gefahren und habe viele Erfolge gefeiert. Mirko [Bortolotti] hatte ein bisschen Pech in der ersten Runde, konnte uns dann aber wieder nach vorne bringen, so lag es dann an mir, unseren dritten Platz über die Ziellinie zu bringen. Der Fight im Feld hinter uns verlief sicherlich ein Stück weit zu unseren Gunsten. So hatten wir die Gelegenheit, uns ein klein wenig abzusetzen und viele Punkte mit nach Hause zu nehmen.“

Maximilian Götz (Mann-Filter Team HTP-Winward, Mercedes-AMG GT3 Evo), Gesamtplatz 4: „Ich kam nicht optimal weg, weil der Lamborghini vor mir noch mal kurz vom Gas ging, während alle anderen voll am Gas blieben. Im Getümmel bekam ich einen Treffer ab, das Lenkrad stand schief, und das Bremspedal begann schon früh, weich zu werden, sodass ich bei jedem Bremsmanöver pumpen musste. Wahrscheinlich hatte die Bremsenkühlung etwas abbekommen.“

Indy Dontje (Mann-Filter Team HTP-Winward, Mercedes-AMG GT3 Evo), Gesamtplatz 4: „Ich habe echt gekämpft, denn im Gegensatz zu allen anderen Autos in der Spitzengruppe waren wir mit gebrauchten Reifen gestartet. Und das hat sich in der Schlussphase besonders bemerkbar gemacht, vor allem der linke Hinterreifen war völlig am Ende. Nach vorne konnte ich so nicht viel ausrichten, also habe ich mich darauf konzentriert, den Lambo hinter mir zu halten. Das war heute ein guter Tag. Endlich sind wir wieder dort gefahren, wo wir hingehören. Das Auto war richtig gut, sonst wäre diese Pace mit den Problemen nicht möglich gewesen.“

Tim Zimmermann (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3 Evo), Gesamtplatz 5, Sieger Pirelli-Junior-Wertung): „Wenn man von der Pole startet, träumt man natürlich von einem Top-3-Ergebnis“, so Zimmermann. „Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden und extrem happy, wie das Wochenende gelaufen ist - zumal es erst mein drittes GT3-Wochenende war. Das ADAC GT Masters ist nun mal wahnsinnig eng und hart, da fallen einem die Ergebnisse nicht in den Schoß. Steijn hatte von der Pole aus einen guten Start, ist dann aber leicht abgedrängt worden und hat viel Geschwindigkeit verloren. Das hat uns leider ein paar Plätze gekostet. Es war heute schwieriger zu überholen, da die Strecke schmutziger war. Ich habe mit dem Mercedes-AMG gekämpft, aber leider keinen Weg mehr vorbei gefunden. Es läuft bei uns derzeit immer besser, aber auf dem Sachsenring werden die Karten wieder neu gemischt.“

Philip Ellis (Knaus Team HTP-Winward, Mercedes-AMG GT3 Evo), Gesamtrang 7: „Ein sechster und ein siebter Platz sind in Ordnung. Aber wir haben eindeutig noch Luft nach oben. Nachdem ich von Lello übernommen hatte, ging nicht mehr viel, weil die Reifen ziemlich hinüber waren. Ich konnte im Pulk mitfahren, aber nicht attackieren. Aber es war ein gutes Wochenende mit wichtigen Punkten für die Meisterschaft. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

David Jahn (Küs Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R), Gesamtplatz 11: „Das Qualifying war super, ich war mit Platz fünf sehr zufrieden, das war wohl das Maximum. Der Rennstart war eine Katastrophe, ich wurde von hinten fast überrannt. Ich habe noch nicht einmal grün gesehen, da kamen von hinten schon welche. In der ersten Runde bin ich dann zwei-, dreimal rausgedrängt worden, keiner hat Platz gelassen. Heute war es im Gegensatz zu gestern unfair. Mit schmutzigen Reifen war es dann schwer, einen Rhythmus zu finden. Dann bin ich nur mitgefahren. Platz elf ist okay, aber wenn man von P5 startet, will man weiter vorne landen. Das wäre ohne die Rangeleien auch möglich gewesen.“

Simona De Silvestro (Küs Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R), Ausfall: “Heute war ein schwierigerer Tag. Im Qualifying hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Grip. Ich weiß nicht genau warum. Das Auto hat sich gut angefühlt, aber die Zeiten kamen nicht. Im Rennen sind wir aber gut vorangekommen und waren schon in den Punkten. Schade, dass Klaus am Ende diesen Unfall hatte, aber das ist Racing. Wir pushen hart, um nach vorne zu kommen. Da können solche Sachen passieren.“

Klaus Bachler (Küs Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R), Ausfall: “Wir haben uns schön nach vorne gekämpft und waren schon auf P15, also in den Punkten. Dann kam diese Situation in der letzten Runde. Ich hatte einen guten Run, wir sind zu dritt in die Spitzkehre eingefahren. Ich habe den beiden anderen am Kurvenausgang Raum gelassen und war am Streckenrand. Ich hatte keinen Platz mehr und wir sind kollidiert. Ich bin leider eingeschlagen. Sorry fürs Team. Wir wollten Punkte holen und haben alles probiert. Es ist blöd gelaufen, es war halt ein Rennunfall.“

Saison 2020